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Unser Blog ist umgezogen. Sie finden alle neuen Beiträge auf der Oikocredit-Website.

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Unterwegs in Bolivien: Starke Frauen braucht das Land

Wir haben in der letzten Woche viele Eindrücke gewonnen – für mich persönlich war einer der intentensivsten die Begegnung mit starken Frauen hier in Bolivien.

Vitty Arano de Rodriguez (l.) und Susana Moreno Velasco von Funbodem

Vitty Arano de Rodriguez (l.) und Susana Moreno Velasco von Funbodem

Zum Beispiel Vitty Arano de Rodriguez und Susana Moreno Velasco, die Präsidentin und die Schatzmeisterin der auf Mikrokreditbank Funbodem. Beide sind gut ausgebildete und sichtlich wohlhabende Frauen, die sich seit vielen Jahren dafür einsetzen, dass ihre benachteiligten Geschlechtsgenossinnen Zugang zu Finanzdienstleistungen bekommen.

„Die wesentliche soziale Wirkung unserer Tätigkeit sehen wir in den Familien“ sagt Susana Moreno Velasco. „Die Frauen können mit Hilfe unserer Kredite ihre Geschäftsbasis ausbauen, ihren Kindern eine bessere Ausbildung bieten, sie können ihren Lebensstandard etwas anheben.“

Oikocredit-Länderbeauftragte Marisol Fernández

Oikocredit-Länderbeauftragte Marisol Fernández

Auf einem Empfang von Oikocredit in Santa Cruz sehe ich, wie herzlich der Kontakt der beiden Bankerinnen zu ihren Kundinnen ist: Es gibt keine Distanz und keine gesellschaftlichen Schranken.

Eine faszinierende Frau ist für mich auch Marisol Fernández, die Oikocredit-Länderbeauftragte für Bolivien. Marsiol ist eine Powerfrau, man hat schnell den Eindruck, dass die Geschäfte von Oikocredit bei ihr in besten Händen liegen. Mit viel Charme, aber auch eiserner Hand ist es ihr gelungen, dass wir alle den strikten Zeitplan der Studytour nahezu auf die Minute eingehalten haben. Gleichzeitig hat sie jede noch so schwierige Frage kompetent beantwortet.

Beeindruckt war ich aber vor allem von den Kreditnehmerinnen – Frauen, die aus einfachsten Verhältnissen stammen und die mit viel Mut und Einsatz versuchen, ihr Leben besser zu gestalten. Sie alle wollen ihren Kindern eine bessere Zukunft bieten.

Restaurantbesitzerin Adita

Funbodem-Kundin Adita

Modeschneiderin Florisa

Funbodem-Kundin Florissa

 

Ich werde noch lange an Adita denken, eine einfache Frau, die an einer Ausfallstraße von Santa Cruz ein kleines Restaurant mit drei Tischen betreibt und jetzt ein Haus baut, um dort mehr Platz für Gäste zu haben.

Und ich wünsche der Schneiderin Florisa, die uns mit viel Stolz ihre Kreationen vorgeführt hat, dass ihr kleiner Modesalon weiter floriert.

Veronika Canaval
Oikocredit Austria

Unterwegs in Bolivien: Unter dem Schirm von Pachamama

Pachamama heißt die von den Völkern der Anden als Gottheit verehrte Mutter Erde, die alle ernährt. Pachamama thront unsichtbar über der Fundación Colonia Pirai (FCP) in Santa Cruz. In diesem ungewöhnlichen Projekt können junge Menschen indigener Herkunft kostenlos eine agrartechnische Ausbildung absolvieren, um so das Land ihrer Familien oder in ihren Gemeinden besser bewirtschaften zu können.

Hier werden werden die Eier verpackt und für den Versand vorbereitet.

Hier werden werden die Eier verpackt und für den Versand vorbereitet.

Die Mittel für diese Ausbildung erwirtschaftet FCP selbst: in den der Fundación gehörenden landwirtschaftlichen Betrieben wird mit dem Anbau von Soja, Weizen und Sorgum, der Produktion von Eiern und Milch sowie der Erzeugung von Fleischwaren ein Umsatz von 23 bis 25 Mill Bolivianos (2,3 bis 2,5 Mill. Euro) erzielt.

Leider ist gerade schulfrei, als wir auf der Oikocredit-Studytour Colonia Pirai besuchen: So können wir die jungen Menschen, die dort ausgebildet werden, nur in einer Videopräsentation sehen. Derzeit gibt es rund 160 Studentinnen und Studenten. Ausgewählt werden sie von ihren Heimatgemeinden.

In der Wurstfabrik von Fundación Colonia Pirai

In der Wurstfabrik von Fundación Colonia Pirai

Dafür bekommen wir einiges von der Produktion zu sehen: In der Eierverpackung werden täglich 90.000 Eier nach Klassen sortiert und für den Transport zu den Abnehmern fertiggemacht. In der Fleischverarbeitung werden Schinken geräuchert und Würste hergestellt. Insgesamt arbeiten in Landwirtschaft und Produktion rund 200 Beschäftigte, viele stammen aus einkommensschwachen Familien am Rande der Stadt. Es gibt einen kostenlosen Kindergarten.

Nimer Guzmàn, der Direktor von Colonia Pirai, ist stolz, dass keine gentechnisch veränderten Produkte hergestellt werden. 98 Prozent des in Bolivien angebauten Soja seien genmanipuliert, erzählt er. „Wir sind unter den zwei Prozent, die das nicht machen. Dafür müssen wir unsere eigenen Saaten erzeugen.“

Oikocredit hat Colonia Pirai schon einmal mit einem Kredit in Höhe von 140.000 Euro unterstützt, derzeit wird gerade über einen weiteren Kredit verhandelt.

Veronika Canaval
Oikocredit Austria

Unterwegs in Bolivien: Weltmeisterschaft knapp verpasst

Unser letzter Tag in Cochabamba „im Herzen Lateinamerikas“, wie unsere Stadtführerin Jimena gestern Abend sagte. Die Freundlichkeit der Cochabambinos oder Cochalas, wie sie sich selbst nennen, machen es uns schwer, an Abschied zu denken.

Noch im urbanen Gürtel gelegen, besuchen heute wir die Organisation Fondo de Comunidad (FONCOM), einem Partner von Oikocredit, der nicht nur Kredite erhalten hat, sondern an der Oikocredit auch mit ca. 1 Mio. € beteiligt ist.

Während uns noch Zahlen über das Risikomanagement vorgelesen, über Maßnahmen zur Überprüfung der sozialen Wirksamkeit berichtet und der Unterschied zwischen einem Mikrokredit und einem Kredit für kleine und mittlere Unternehmen erklärt wird, freuen wir und schon auf die Besuche bei den Kunden.

Kicker für alle – FEYUCAR bekannt im ganzen Land

Aber wer hätte gedacht, dass wir nur um ein paar Tage eine Weltmeisterschaft im Tischfußball verpasst haben, bei der die Tischkicker von Félix eine wichtige Rolle spielen.

FONCOM-Kunde Felix in seiner Werkstatt. Foto: Patricio Crooker

FONCOM-Kunde Felix in seiner Werkstatt. Foto: Patricio Crooker

Als er vor Jahren arbeitslos wurde, lernte er das vielseitige Handwerk, um Kicker (futbolines) herzustellen. Mit diesem Wissen ließ er sich in Cochabamba nieder, um mit wenigen Mitteln in einem kleinen Verschlag eine Werkstatt aufzubauen, um die ersten vier Kicker zu bauen. Und fast alles ist Handarbeit: aus alten Toyotamotoren werden die Figuren geschmolzen. Das Holz wird für die Beine und den Tisch zugeschnitten, die Figuren an die Stangen gelötet und liebevoll von seiner Frau Victoria bemalt.

FONCOM finanziert FEYUCAR

Nach vielen Jahren der Suche nach einem Kredit zur Vor-Finanzierung der notwendigen Materialien, erzählte ihm ein Nachbar von FONCOM. Mit dem ersten Kredit baute Félix seine Werkstatt aus und kaufte Maschinen. Inzwischen, nach einem dritten Kredit, hat er zwei feste Angestellte, und angefangen ein dreistöckiges Haus zu bauen, in dem er mit seinen drei Söhnen, einer Adoptivtochter und deren 2 kleinen Brüdern lebt.

„Ich lebe besser als ein Anwalt“, sagt Felix und baut darauf, dass seine Söhne in das Geschäft einsteigen. Die meisten Kicker verkauft er zu Weihnachten, denn es ist ein beliebtes Geschenk, um Großväter, Väter und Kinder zusammen zu bringen. So ein Kickertisch der Marke FEYUCAR (FElix YUcra CARdenas) kostet je nach Größe zwischen 1.000 und 2.000 Bolivianos (100 – 200 €).

Unsere Reisegruppe darf die Tischkicker testen. Foto: Patricio Crooker

Unsere Reisegruppe darf die Tischkicker testen. Foto: Patricio Crooker

Félix verkauft seine Tische in ganz Bolivien und träumt davon, sie nach Peru und Ecuador zu exportieren. Doch erst einmal hat er mit Rodrigo, dem Oikocredit-Mitarbeiter, einen neuen Kunden gewonnen. In einem Monat wird sein Kickertisch nach La Paz geliefert werden.

Félix, der Glückliche, dank Tischfußball!

Schweren Herzens packen wir unsere Koffer, gerne wären wir noch ein paar Tage geblieben.

Christina Alff (Oikocredit Förderkreis Baden-Württemberg) und Franziska Dickschen (Oikocredit Förderkreis Niedersachsen-Bremen)

Unterwegs in Bolivien: Zu Besuch in Aditas Restaurant und Florisas Schneiderei

Wir sind unterwegs mit der örtlichen Filialleiterin und einer Kreditsachbearbeiterin der Mikrofinanzorganisation Funbodem. Auf der Fahrt erfahren wir mehr über Doña Adita, die wir in Kürze treffen werden. Doña Adita sei seit sechs Jahren treue Kundin von Funbodem und könne mit den inzwischen sechs Krediten (die sie alle pünktlich zurückgezahlt habe) eine erstaunliche Entwicklung ihres kleinen Straßenrestaurants verzeichnen. Noch im Bus zeigte uns die von Anfang an für sie zuständige Mitarbeiterin Bilder aus der Zeit, als Doña Adita noch zu Hause Backwaren hergestellt hat, um sie an der Straße zu verkaufen.

Wir erreichen das Straßenrestaurant, das sich in einem sehr nüchternen Zweckgebäudes befindet, und treffen auf Doña Adita. Sie ist inzwischen die Hauptverdienerin in der Familie. Von ihren drei Kindern geht eines schon zur Universität. Sie ist selbstbewusst in unaufgeregter Freundlichkeit Inhaberin, Köchin und Kellnerin in einer Person. Ich kann gut verstehen, dass sie trotz der nüchternen Umgebung dank Kundenzuneigung und Kochkunst eine ausreichende Zahl von Stammgästen gefunden hat. Ihren laufenden Kredit nutzt sie, um ihr kleines Restaurant nach einer baulichen Erweiterung in ihrem Wohnhaus zu betreiben.

Funbodem Doña Arieta

Doña Adita in ihrem Restaurant

Als wir gehen, sitzen schon an den meisten Tischen Gäste und damit haben wir in weiteres Zeugnis dafür, wie sie ihr Geschäft beherrscht, da uns Doña Adita mit keiner Miene gezeigt hat, dass unser Besuch zu einer eher ungelegenen Zeit kam.

Nachdem wir von einer kleineren Vorstadtfiliale die dortige Leiterin und einen Mitarbeiter abgeholt haben, geht es weiter zu Florisa Salas de Farel, einer Schneiderin, die zu Hause arbeitet. Wir finden uns in einem zum Hof offenen Wohnzimmer wieder, in dem wir einiges vom Familienleben zwischen Enkel im Gitterbett und Gerüchen aus der angrenzenden Küche mitbekommen. Wir lernen viele Familienmitglieder kennen und hören, dass sowohl die ältere Tochter als auch die Schwiegertochter in dem kleinen Schneidereibetrieb mitarbeiten, nachdem Doña Florisa mit Angestellten schlechte Erfahrungen gemacht hatte.

Doña Florisa ist eine sehr kommunikative Frau, deren Gespür für vitale Mode sich gut aus ihrem Wesen ableiten lässt. Sie scheint sowohl eine Kollektion vorzuhalten als auch auf individuelle Wünsche eingestellt zu sein. Viele der uns vorgeführten Kleider sind wohl Unikate und es käme vor, dass sie über Nacht einen Auftrag zu erfüllen habe ohne weitere Vorgaben, weil ihr vertraut wird, den Stil und die zu einer Kundin passenden Farben fast besser zu kennen als diese selbst.

Funbodem Doña Florisa

Doña Florisa (rechts) zeigt uns verschiedene Kleider

Vieles erinnert mich an meine Mutter, die auch Schneiderin war, die auch wie Doña Florisa ihren Beruf, den sie liebte, möglichst mit ihrem Familienleben in Einklang bringen wollte, und die ihr ganzes Leben einen sicheren Blick für Stil und Gestaltung in wechselnder Mode gewahrt hat, der es wichtig war, auf eigenen Beinen stehen zu können, und die es sich viel Mühe hat kosten lassen, unabhängig zu sein und ihren eigenen, unspektakulären Weg zu gehen.

Bei der Frage, wie sie denn zu Funbodem gekommen sei, muss Doña Florisa weit in ihrer Lebensgeschichte zurückgreifen. Den ersten Kredit über 100 € hat sie vor 22 Jahren aufgenommen. Als junge Frau war sie vom Dorf in die Stadt gekommen. Es sei schwer gewesen, Geld zu verdienen. Als sie eines Tages an einer Filiale von Funbodem vorbeiging, fiel ihr der Namenszug auf: „… für die Entwicklung von Frauen“. „Genau das brauche ich”, habe sie sich gesagt.

Am Ende des Tages fällt mir wieder ein Satz aus dem morgendlichen Gespräch mit der Vorstandsvorsitzenden, Doña Victoria, und der Schatzmeisterin, Doña Susana Moreno Velasco, ein: Funbodem stehe für die Stärkung von Frauen, im Englischen klingt das noch zupackender: „Empowerment”. Nach diesen beiden Begegnungen ist mir noch klarer: Es geht nicht nur um das tägliche Brot, es geht um Chancen in vielerlei Hinsicht.

Peter Rauckes
Oikocredit Förderkreis Nordost

Unterwegs in Bolivien: Funbodem – Neue Chancen für Frauen

Heute am dritten Tag der Study Tour ist unsere Gruppe eingeladen bei dem Mikrofinanzinstitut Funbodem in Santa Cruz. Diese Einrichtung trägt ihre Mission im Namen: Kredite insbesondere für die wirtschaftliche Entwicklung von Frauen anzubieten (Fundacion Boliviana para el Desarrollo de la Mujer).

Folgerichtig treffen wir auf zwei Frauen, die uns über Geschichte und gegenwärtige Situation ihrer Einrichtug informieren: Doña (Viti) Victoria, die Vorstandsvorsitzende und Doña Susana Moreno Velasco, die Schatzmeisterin. Mit im Raum sitzt der Direktor, Jesus Maldonado, und schon bald wird deutlich, dass sich unter der Klientel inzwischen auch viele Männer finden. Das hat nicht zuletzt mit dem Umstand zu tun, dass ab einer bestimmten Kredithöhe Sicherheiten in Form von Eigentum verlangt werden und dass dieses in Familien meistens auf den Namen des Mannes eingetragen ist.

Funbodem

Aus dem geplanten Vortrag entwickelt sich schnell ein Gespräch, in dem die Voraussetzungen von Kreditvergabe, die neuen staatlichen Regelungen und die Zukunftspläne der Organisation Thema sind. Funbodem existiert seit 26 Jahren und war in der Gründungszeit die einzige Einrichtung, die Mikrokredite in Bolivien an Frauen vergab. Inzwischen ist die Obergrenze zu vergebender Kredite stark gestiegen, auch weil man den Wünschen der oft wirtschaftlich erfolgreichen Kundinnen entsprechen wollte, bei wachsenden Unternehmungen größere Summen zur Verfügung zu stellen bzw. weil die Wettbewerbssituation auf dem Mikrofinanzmarkt nahelegte, so zu reagieren. In nächster Zeit will sich Funbodem aber wieder stärker um neue Kundinnen kümmern, die Startkapital in geringer Höhe brauchen.

Eine interessante Variante stellen Gemeinschaften als Kreditnehmer dar. Insgesamt bedient Funbodem 20 solcher „juristischer Personen”. Als Beispiel nannte man uns Kreditnehmergemeinschaften, die sich in Stadtrandgebieten erfolgreich um Straßenreinigung bei der Kommune beworben hatten, den ersten Kredit für Handkarren nutzten und heute motorisiert sind. Zwar seien zwei dieser Gruppen inzwischen bei Folgeausschreibungen nicht mehr berücksichtigt worden, Funbodem habe ihnen aber geholfen, andere Tätigkeitsbereiche zu finden.

Die Leiterin der Innenstadtfiliale, wo das Gespräch stattfindet, und eine junge Frau, die uns als Kreditsachbearbeiterin vorgestellt wird, begleiten uns anschließend zu dem ersten der beiden Treffen mit Kundinnen von Funbodem.

Peter Rauckes
Oikocredit Förderkreis Nordost

Unterwegs in Bolivien: Holsteiner Schwarzbunte und die Powerfrau Albina

Albina hat es im Griff – über 50 Milchkühe nennt sie ihr eigen und das sind nicht irgendwelche Milchkühe, sondern die Schwarzbunten aus Holstein, denn die geben mehr Milch und sind hervorragend an das Klima hier in der Region Cochabamba auf 2800 Meter Höhe angepasst.

Die Bäuerin Albina lebt in Punata, 35 km entfernt von Cochabamba, und bewirtschaftet insgesamt 9 Hektar Land, auf dem sie Futterklee, Mais und Hafer anbaut. Die 52-jährige ist Mutter von vier Kindern und mittlerweile dank der Kredite von der Kooperative Integral de Servicios Cochabamba Eigentümerin der besagten Holsteiner Schwarzbunten.

Albina und ich. Foto: Patricio Crooker

Albina und ich. Foto: Patricio Crooker


Von den 53 Kühen geben 38 gerade rund 700 Liter Milch täglich. Für Albina bedeutet das harte Arbeit, denn sie ist für das Melken und Füttern verantwortlich. Die Milch verkauft sie zur Hälfte an die von der Kooperative betriebene Molkerei. Seit sie 1988 Mitglied der Kooperative wurde, hat sie ihr Geschäft langsam und stetig mit mehreren Krediten aufgebaut, vergrößert und diversifiziert. Die Gewinne aus einer Pfirsichplantage hat sie in den Bau ihres Hauses investiert und mit Gewinnen aus dem Milchverkauf hat sie landwirtschaftliche Flächen dazu gekauft. Mit dem aktuellen Kredit in Höhe von umgerechnet 3.500 USD war sie in der Lage, zusätzliches Futter für ihre Schwarzbunten zu kaufen.

Kredite bis zu 10.000 USD erhalten Mitglieder der Kooperative auch deshalb, weil Oikocredit den Ausbau der Kreditabteilung mit einem Darlehen von 1 Mio. USD unterstützt hat. Neben der Abnahme der Milch bietet die Kooperative ihren 3.500 Mitgliedern veterinärtechnische Beratung an.

Ulrich Leutbecher und Franziska Dickschen lassen sich in der Molkerei die Verpackungsmaschine erklären. Foto: Patricio Crooker

Ulrich Leutbecher und Franziska Dickschen lassen sich in der Molkerei die Verpackungsmaschine erklären. Foto: Patricio Crooker

Sieben Jahre arbeitete Albina zudem als gelernte Besamerin bei der Molkerei PIL und verdiente so ein zusätzliches Einkommen. Mittlerweile ist ihr ältester Sohn in ihre Fußstapfen getreten, hat Tiermedizin studiert und besamt nun die Holsteiner Kühe mit niederländischem Samen – der Globalisierung sei Dank!

Albina denkt trotz des Erreichten nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen oder kürzer zu treten – als Geschäftsfrau möchte sie einen weiteren Kredit für den Kauf von landwirtschaftlicher Fläche nutzen, damit sie das Futter für ihre Schwarzbunten selbst anbauen kann. Und die Kooperative möchte gleichfalls ein zweites Darlehen bei Oikocredit beantragen, um ihr Kreditportfolio erneut zu vergrößern.

Christina Alff
Oikocredit Förderkreis Baden-Württemberg