Hallo!
In meinem dritten Blog berichte ich, wie versprochen, ein wenig über das XI Foro Ecuatoriano de Microfinanzas, welches vom 18.-21.10. in Guayaquil stattfand.
Für alle, die am Kongress interessiert (und der spanischen Sprache mächtig) sind, gibt es hier das Program.
Das Foro Ecuatoriano de Microfinanzas wird jährlich von dem Red Financiera Rural (RFR) veranstaltet.
Das RFR ist ein Netzwerk, welches im Jahr 2000 gegründet wurde und mittlerweile 38 Mitglieder (NGOs, regulierte Cooperativas de Ahorro y Crédito, Spezialisierte Finanzintermediäre) hat, die insgesamt über ein Kreditportfolio von USD 1.180.667.777 verfügen und damit 666.269 Kunden erreichen. Jede Institution, deren Hauptaufgabe es ist, Finanzdienstleistungen im landwirtschaftlichen Sektor Ecuadors anzubieten und damit einen Beitrag zur Armutsbekämpfung zu leisten, kann dem RFR beitreten. Das Ziel des RFR ist es, für mehr Transparenz, Kooperation und Austausch zwischen seinen Mitgliedern zu sorgen und diese bei ihren Aufgaben durch technische Assistenz und Spezialwissen zu unterstützen.
Der Kongress befasst sich in diesem Jahr mit Themenschwerpunkten, die alle im Zusammenhang mit der neuen Gesetzeslage in Ecuador stehen. Im Jahr 2008 wurde in Ecuador eine neue Konstitution implementiert, die das Prinzip des „Buen Vivir-The right to a good life“ in der Ecuadorianischen Verfassung festschreibt und einen eigenen Abschnitt zu „Economía Popular y Solidaria“ (EPS) beinhaltet. Zur EPS gehören auch die „Finanzas Populares“ welche unter anderem den Mikrofinanzsektor umfassen. Für die Regulierung dieser „Finanzas Populares“ existiert seit Kurzem ein Gesetzesentwurf, der demnächst verabschiedet werden soll. Für den ganzen Mikrofinanzsektor bzw. Sektor der „Finanzas Populares“ ist es daher interessant, die Auswirkungen dieses Gesetzes auf die einzelnen Instiute und die Makroökonomie zu analysieren und diskutieren. Dies wurde beim 11. Mikrofinanzkongress ausführlich getan.
Die großen Themenbereiche des Kongresses waren wie folgt gegliedert:
- Überwachung von Institutionen des Bereichs der Finanzas Populares y Solidarias. Regulierung, Anpassung, Aktionen und Effekte in Bezug auf das Finanzsystem.
- Neue Tendenzen im Mikrofinanzbereich. Zugang zu den am wenigsten entwickelten Sektoren mittels neuer innovativer Produkte.
- Soziale Technologie und ihre Wirkung; Effizienzsteigerung und Kostenreduktion
Die Vortragenden kamen aus zahlreichen lateinamerikanischen Ländern angereist und es handelte sich wirklich um Experten auf ihrem Gebiet. Am gut gefüllten Saal und den zahlreichen Fragen, merkte man, dass die Teilnehmer der Konferenz sehr interessiert waren.
Natürlich wurden zwischen den Vorträgen auch soziale Kontakte geknüpft, Informationen ausgetauscht und verhandelt und diverse Organisationen nutzten die „Ruedas de Negocios“, (Verhandlungsrunden) um Neuheiten zu präsentieren und mit bestehenden und potenziellen Kunden zu verhandeln. Auch Oikocredit hielt eine solche Verhandlungsrunde ab.
Das Programm wurde durch zahlreiche Kaffeepausen und diverse soziale Veranstaltungen vervollständigt. Für mich, als eine der wenigen Ausländerinnen auf dem Kongress, eine besonders schöne Gelegenheit auch die sozialen Aspekte solcher Veranstaltungen kennenzulernen und die kulturelle Unterschiede zu erleben.
Liebe Grüße aus Quito.
Katharina


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